Tek-Woche in Vis (Kroatien)

Hai-Tek veranstaltet regelmäßig Ausflüge ans Meer. So veranstalteten wir, in Kooperation mit der Tauchschule High Pressure Group aus Wien, eine Tauchausbildungswoche zum Technischen Tauchen. Wir wollen euch ein paar Eindrücke geben. Ein Dankeschön an dieser Stelle für Leo, der uns ein tolles Video gebastelt hat.

Ein Woche lang stellten sich interessierte Taucher der Ausbildung zum Technischen Taucher der Stufe 1 und 2 und konnten diese auch erfolgreich absolvieren. In der Tauchtheorie bereits gefestigt, standen viele praktische Übungen am Programm. Nach der Einweisung durch die Ausbilder, wurden einige sehenswerte Wracks betaucht. Für alle ein Erlebnis!


Danke an Arno Schrittwieser für die stets tolle Zusammenarbeit und Unterstützung. Er war auch so nett, uns die Wrackbeschreibungen zukommen zu lassen.

Wir möchten euch auch noch einen kleinen Überblick über einige der betauchten Wracks geben. Habt ihr Interesse an Tek-Kursen? Dann klickt auf den Link!

Eine absolute Rarität stellt das Wrack der B17 einem amerikanischen Bomber aus dem 2. Weltkrieg dar. Hauptsächlich weil natürlich nicht allzu viele dieser Flugzeuge dieser Zeit in betauchbaren Tiefen und in einem Stück vorhanden sind. Um so ein Teil zu sehen, muss man normalerweise schon in die Truk Lagoon oder an den Ironbottom Sound (Savo Sound) fahren. Hinzu kommt, dass dieses Wrack auch noch einen zwar zweifelhaften, aber vorhandenen Bezug zu Österreich hat. Es hätte nämlich am 3. November 1944 eigentlich Wien oder Graz bombardieren sollen, musste aber wegen schlechten Wetters nach Marburg ausweichen. Nach dem Angriff sollte dieser Bomber in Vis landen, dabei ging ihm aber der Sprit aus. Der Kapitän schaffte es, das Flugzeug vor Rukavac auf dem Wasser zu landen. Alle Besatzungsmitglieder außer dem Copiloten (der starb beim Flakbeschuss über Marburg) überlebten diese Notlandung mehr oder weniger unbeschadet. Auch das Flugzeug blieb in einem Stück und versank nur etwa 100 Meter vor der Küste. Heute liegt das Wrack dieses 23 Meter langen und 32 Meter breiten Bombers auf einer Tiefe von maximal 72 Metern. Die ziemlich massive Heckflosse beginnt bei 61 Metern, und das Cockpit befindet sich auf einer Tiefe von 67 Metern. Man erreicht das Wrack mittels eines freien Abstiegs. Meistens ist eine Orientierungsleine vorhanden, die normalerweise an einem der an den Tragflächen montierten Motoren fixiert ist. An Tagen mit guter Sicht kann man die Umrisse des Wracks bereits aus 35 bis 40 Metern sehen. Am Wrack selbst ist die Orientierung recht einfach, da man dank der normalerweise guten Sicht das gesamte Flugzeug überblicken kann. Das Wrack steht auf seinen Rädern am Boden und ist auch nach dem Aufprall am Grund in einem Stück geblieben.  Der interessanteste Bereich des Wracks sind die Tragflächen mit den 4 mächtigen Triebwerken. Das Cockpit ist noch komplett erhalten, so wie die dahinterliegende Kuppel für das Maschinengewehr. Der untere Bereich des Buges ist von der Notlandung eingedrückt und in Mitleidenschaft gezogen. Am Rumpf sind noch deutlich die Einschüsse der Fliegerabwehr zu sehen.  Imposant ist auch das sehr große hintere Leitwerk. Dieses Wrack ist für Sporttaucher mit Single Tank auf Grund seiner Tiefe nicht erreichbar. Aber für Tauchgänge wie diese lohnt sich eine entsprechende Ausbildung auf jeden Fall!

Das Wrack der Brioni ist ein absolutes „must do“, wenn man zum Tauchen nach Vis gekommen ist. Die Brioni war ursprünglich als Passagierschiff gebaut worden, wurde aber nach dem 1. Weltkrieg nur noch als Frachtschiff genutzt. Sie kollidierte bei schlechtem Wetter am 2. Februar 1930 mit der Insel Ravnik und sank. Zum Zeitpunkt des Untergangs hatte sie Wein und Tabak geladen. Mit Ihrer Länge von 70 Metern zählt sie nicht zu den größten Wracks, aber definitiv zu den schönsten. Sie ist über und über mit gelben Schwämmen bewachsen, und der Zustand der Aufbauten ist nach wie vor hervorragend. Die Brioni liegt heute in einer Tiefe von 37 bis 60 Metern. Sie liegt auf Ihrer Backboardseite mit dem Heck in Richtung Riff. Der Bug liegt in Richtung offenes Meer. Für erfahrene Sporttaucher mit gutem Luftverbrauch ist das Betauchen der Steuerboardbereiche durchaus möglich. Aber als Tekkie mit Doppelgerät hat man eindeutig mehr davon. Denn die Laderäume und der Maschinenraum sind absolute Highlights. Das erste, das man von der Brioni sieht, wenn man die Wand entlang hinuntergleitet, ist das massive Heck mit seiner großen Schraube und dem mächtigen Ruder. Bei guter Sicht kann man bereits ab einer Tiefe von 20 Metern die Umrisse wahrnehmen. Für Fotografen und Filmer sind die Schraube, das Ruder und die Aufbauten im Steuerboardbereich mit den vielen Schwämmen und der Galerie sicherlich die interessantesten Bereiche. Nach der ersten Galerie kommt man zur ehemaligen Überdachung des Maschinenraumes, durch die man heute am einfachsten in den Maschineraum vordringen kann. Der Maschineraum ist bei der Brioni überraschend geräumig, trotzdem heißt es hier volle Konzentration, denn man ist bereits in einem Bereich von fast 50 Metern. Das heißt, man hat in aller Regel bereits eine Dekompressionspflicht, und wenn man mit Luft unterwegs ist, kommt auch schon ein bisschen Stickstoffnarkose dazu. Ohne entsprechende Erfahrung und Ausbildung sollte man sich in diese Bereiche der Brioni auf keinen Fall vorwagen. Wenn man das Wrack in seiner ganzen Länge abschwimmen möchte, sollte man sich nicht zu lange mit dem Mittelschiff beschäftigen, da sonst nicht genug Zeit bleibt, um dem wirklich sehenswerten Bugbereich einen Besuch abzustatten. Für den Weg vom Bug zum Heck benötigt man bei normalem Schwimmtempo etwa 5 Minuten. Vom Heck aus sieht man, auch wenn die Sicht nicht besonders sein sollte, die Wand, an der man wieder aufsteigt. Normalerweise hält man sich hier rechts, also linke Schulter an der Wand hoch. Man gelangt dann auf ein Felsplateau, das zur Insel hin ansteigt. Auf diesem Felsplateau kann man dann ausgezeichnet seine Deko Stopps abarbeiten.

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