Richtig Kaltwassertauchen- Aber wie?

Tauchen ist nicht gleich Tauchen! Es gibt viele unterschiedliche Tauchgangsarten, die den Tauchsport zu einem vielfältigen und komplexen Sport machen. Kaltwassertauchen erfordert zusätzliches Wissen und vor allem geeignete Ausrüstung. HaiTek gibt euch einige Tipps für einen entspannten kalten Tauchgang- denn speziell in der kalten Jahreszeit hat das Tauchen auch seinen Reiz!

Was ist Kaltwassertauchen?

Die meisten Taucher nutzen die Sommermonate, um in den heimischen Seen zu tauchen. Doch ist die Zeit, in dem das Wasser angenehme Temperaturen hat, kurz. In den meisten Monaten kommt man ums Kaltwassertauchen so oder so nicht umher- speziell man man es tiefer angeht.
Die Definition, ab wann man von Kaltwassertauchen spricht, wird oft unterschiedlich bewertet. Die Verbände legen hier ca. den Wert von 20-21 Grad Celcius fest. Doch hier muss man fairerweise sagen, dass man als Binnentaucher vielleicht einen anderen Maßstab ansetzt, und empfindet Wasser, im Vergleich zu Meerestauchern in südlichen Sphären, bereits bei 18 Grad schon als „warm“. Es bleibt also neben den, von den Verbänden empfohlenen Grenzen, auch immer eine subjektive Wahrnehmung. Mögliche Vorteile auch in kalten Zeiten zu tauchen sind:
1. oft bessere Sicht
2. keine dichtgedrängten Tauchplätze
3. Aufbau von Stressresistenz
4. Angewöhnung an das Tieftauchen (auch im Sommer kalte Temperaturen)
5. Eistauchen als nächster Schritt

Kalte Tauchbedingungen:
Kaltes Wasser trägt physiologisch zu einer ganzen Anzahl von negativen Auswirkungen bei, die die Leistungsfähigkeit des Tauchers beeinflussen:
1. Verlust der Flexibilität in den Gliedmaßen (Arme, Hände und Beine)
2. Allgemeine Erschöpfung und Schwerfälligkeit
3. Verlust des Kurzzeitgedächtnisses.
4. Größere Anfälligkeit für die Inertgasnarkose
5. Größere Anfälligkeit für die DCS
6. Hoher Energieverbrauch zur Erzeugung von Wärme

Auf was muss du bei der Ausrüstungskonfiguration achten?

Eine hochwertige technische Ausrüstung ist für solche Tauchgänge unerlässlich. Bedenke auch: Das Atemgas muss unbedingt trocken sein!

1. Versorgungssystem:
Zwei Flaschenabgänge mit jeweils einer 1. Stufe sind absolut empfehlenswert! Wer hier sparen will, spart am falschen Ende! Bei Doppelgeräten ist man so oder so auf der sicheren Seite.
Achte darauf, dass deine Atemregler Konfiguration mit „Kaltwassertauchglich“ gekennzeichnet ist. Es gibt viele Hersteller, welche grundsätzlich alle, die erforderliche Norm DIN EN 250 erfüllen. An dieser Stelle können wir dir Apeks-Produkte durchaus empfehlen.

Kaltwassertauchliches Gerät. Zwei 1. Stufen, montiert auf einem Doppeltank.

2. Isolationssystem:

Natürlich spielt auch das Isolationssystem eine wesentliche Rolle. Natürlich ist bekannt, dass man auch mit Nasstauchanzügen Kaltwassertauchen kann, jedoch spielen wir im Team Trockentauchanzug. Etwas anderes zu empfehlen wäre unprofessionell und deshalb wird hier auf die „nasse“ Variante gar nicht eingegangen.
Der Trockentauchanzug, kombiniert mit einem passenden und ausreichend dickem Unterzieher, ist die absolut beste Variante beim Kaltwassertauchen, völlig klar! – Hier spielen jedoch die Kopfhaube und das Handschuhsystem eine große Rolle. Der beste Anzug hilft nichts, wenn man die Wärme durch eine zu dünne Kopfhaube abgibt, also auch hier, nachrüsten! Natürlich gibt es im Technischen Tauchen noch Zubehör, wie ein Argon-Set oder Heizelemente, dazu aber ein andermal mehr.

Trockentauchanzug

3. Tariersystem:

Durch den Trockentauchanzug und die dicke Bekleidung, erhöht sich der Bleibedarf deutlich. Achte also auf die richtige Bleimenge! – 10- 13kg, sind oft keine Seltenheit.

Gesundheit:

Kälte löst im Körper eine Reihe von Veränderungen aus. Bei Kälteexposition setzt der Körper mehr Stresshormone frei. Die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen. Dadurch wird zunächst auch der Stoffwechsel aktiviert. Auch die Psyche wird beeinflusst: Kälte macht besonders zusammen mit Dunkelheit und schlechter Sicht anfälliger für Stress, Panik und Orientierungsverlust. S
Vermeide also Unterkühlung und halte dich an diese Tipps.

Unterkühlung behandeln

Wenn man trotzdem unterkühlt aus dem Wasser kommt, helfen warme Getränke (kein Alkohol!) und warme, trockene Kleidung. Ist ein weiterer Tauchgang geplant, sollte die Oberflächenpause lang genug gewählt werden, um sich wieder richtig aufzuwärmen. Auf keinen Fall sollte man immer noch frierend zum zweiten Mal abtauchen. Auch wenn es verführerisch ist: heiße Duschen oder gar Saunagänge sind nach dem Tauchen tabu. Hier droht eine Dekompressionserkrankung!

Ostheimer, Frank: Die Wärme erhalten. Tipps gegen Auskühlung. In: Sporttaucher. Das Mitgliedermagazin des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. URL: https://d-nb.info/1018056904/34

(https://www.aqua-med.eu/medizin/aerztlicheleistungen/medizinische-artikel/medizinische-artikel/kaltwassertauchen/)

Du hast noch Fragen? Melde dich einfach bei uns! Und nicht vergessen: Kalt, nass und finster, dass ist, was wir mögen!

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